30.10.2013 Ruhrgespräch: „Institutionelle Diskriminierung“

Diskriminierung wird meist als direkte Ablehnung durch vorurteilsbeladene RassistInnen verstanden. Diskriminierung kann aber auch in die Regeln von Institutionen eingeschrieben sein. Wenn z.B. Schulen selbstverständlich einsprachig arbeiten, erscheinen mehrsprachige Kinder leicht als defizitär. Wenn die wichtigsten Gespräche in einer Arbeitsgruppe abends in der Kneipe stattfinden, sind Eltern junger Kinder schnell außen vor.

Der Vortrag stellt dar, was mit institutioneller Diskriminierung gemeint ist. Aktuelle Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass direkte und institutionelle Diskriminierung den Arbeitsmarktzugang von MigrantInnen auch dann einschränken kann, wenn diese hoch qualifiziert sind. Für die meisten Betroffenen ist dieser Ausschluss relativ, d.h. er erhöht die Hürden, ohne den Zugang ganz zu versperren. Wir haben aus qualitativen Studien aber auch Hinweise darauf, dass einige Differenzmarker (z.B. die Zuschreibung „afrikanisch“ oder das muslimische Kopftuch) einen sehr weitreichenden Ausschluss von qualifizierter Beschäftigung mit sich bringen.

Prof. Anja Weiß

Referentin: Prof. Anja Weiß  (http://www.uni-due.de/soziologie/weiss_lsf.php)

Uhrzeit: 19 Uhr

Ort: Ruhrdialog e.V.  Ruhrturm 15. Etage Huttropstr 60 45138 Essen

Eine frühzeitige Anmeldung ist per E-Mail ( info@ruhrdialog.org) erforderlich!