Vortragsverastaltung am 27.10.2017: „Ausnahmezustand in der Türkei: Einschränkung der Pressefreiheit“

187 Medien und Verlagshäuser geschlossen, 302 Journalisten inhaftiert. Das ist die erschreckende Zwischenbilanz im Ausnahmezustand, in dessen Rahmen die türkische Regierung aggressiv gegen alle kritischen Stimmen vorgeht. Die Journalisten Dogan Ertugrul und Buket Güney wurden selbst zu Opfern der systematischen Auflösung der Pressefreiheit in der Türkei und werden am Freitag, 27.10.2017 in der Ausstellung „verfolgt“ über ihre Erlebnisse berichten.

„Erdogan kontrolliert heute die Medien in meiner Heimat zu hundert Prozent. Es gibt zwar kritische Kollegen, aber sie haben keine Möglichkeiten mehr zu publizieren oder sie mussten flüchten“, so Dogan Ertugrul, der viele Jahre für die regierungsnahe Zeitung „Star“ als Vize-Chefredakteur gearbeitet hat und 2014 schließlich kündigte, weil er die Nähe zu Erdogan nicht mehr mittragen konnte. Ende letzten Jahres beantragte er Asyl in Österreich. Buket Güney, Autorin und Journalistin, veröffentlichte zuletzt ein Buch über die inhaftierten Frauen und Mütter der Polizisten, die zur Aufdeckung des Skandals Ende 2013 beigetragen haben. Auch sie berichtet von einer massiven Verfolgung, von der man ohne Vorwarnung getroffen werden kann: „Der Ausnahmezustand kann jeden treffen. Unliebsame Stimmen werden entlassen oder inhaftiert. Als Einzelner hat man wenig Spielraum.“

Oktay Özdemir, politischer Flüchtling und Initiator der Ausstellung „verfolgt“, lädt zur vierten Vortragsveranstaltung dieser Art ein. „Wir möchten auf die Menschenrechtsverletzungen aufmerksam machen. Nachdem ich in Deutschland Zuflucht gefunden hatte, überlegte ich, was ich für die Verfolgten in der Türkei tun kann. Diese Ausstellung zeigt die Gesichter des Ausnahmezustandes. Viele von ihnen sind persönliche Bekannte von mir. Zum Beispiel der Lehrer Gökhan Acikkollu. Er starb durch Folter im Gefängnis.“ Es liege Özdemir am Herzen, denjenigen eine Stimme zu geben, die keine mehr haben. Am vergangen Freitag referierten ehemalige Unternehmer aus der Türkei zum Thema Entlassungen und Enteignungen (s. Fotos).

Veranstalter
Oktay Özdemir und dialog-nrw
Zeit: Freitag, 27. Oktober 2017, 18-20 Uhr
Ort: Ausstellung verfolgt, Universitätsstr. 40, 47051 Duisburg
Hinweis: Der Ausstellungsraum befindet sich in einem angemieteten Ladenlokal. Das Schaufenster ist gut lesbar beschriftet. Anmeldung
Wir bitten um eine formlose Anmeldung für die Vortragsveranstaltung unter info@ausstellung-verfolgt.de. Der Eintritt zu den Vortragsveranstaltungen ist frei.Reguläre Öffnungszeiten
Zeitraum: 16.09.2017 – 10.11.2017
dienstags – freitags: 14 – 20 Uhr
samstags und sonntags: 10 – 20 Uhr
Weitere Informationen und Kontakt
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